Ihr habt Fragen? Wir haben die Antworten.

Wir freuen uns sehr, dass ihr euch für unsere Idee interessiert. Einige Fragen tauchen immer wieder auf, die wir hier gerne beantworten:

Die Idee hinter Bridge&Tunnel

Wie seid ihr darauf gekommen, Bridge&Tunnel ins Leben zu rufen?

Die Idee zu Bridge&Tunnel kam im wahrsten Sinne des Wortes zu uns: Seit 2013 leiten wir (Lotte & Conny) gemeinsam den Co-Working Space Stoffdeck, eine Gemeinschaftswerkstatt für Mode- und Textildesigner in Hamburg Wilhelmsburg. Dort können sich professionelle Designer, aber auch kreative DIYler unkompliziert einmieten. Als wir irgendwann hörten, dass sich ein deutsch-türkischer Nähclub mit ihren Haushaltsnähmaschinen in einer Wilhelmsburger Moschee zum Nähen trifft, haben wir sie eingeladen, ihren Nähtreff bei uns im Stoffdeck zu machen. Und standen dann fassungslos daneben… Denn wir konnten live mit ansehen, was für Zauberhände viele der Frauen haben, obwohl fast alle noch nie in einem richtigen Job waren. Da war uns schlagartig klar: wir müssen diese beiden Welten vernähen. Und seitdem bringen wir professionelles Design und Menschen aus dem Stadtteil mit flinken Händen zusammen.

Wie ist euer Geschäftsmodell aufgebaut?

Bridge&Tunnel ist ein Sozialunternehmen, das zu einer gemeinnützigen GmbH – Passage Hamburg – gehört. Wie konventionelle Unternehmen muss auch Bridge&Tunnel wirtschaftlich arbeiten. Das heißt, wir müssen unsere Ausgaben durch Einnahmen decken.

Dafür setzen wir in der Anfangsphase auf ein Modell mit mehreren Säulen: Zu unseren Einnahmen aus Verkäufen haben wir einen tollen Privatinvestor sowie einen inhaltlich passenden Sponsoringpartner gefunden, die Bridge&Tunnel unterstützen, bis das Label allein laufen kann. Darüber hinaus kooperieren wir eng mit dem Jobcenter und erhalten für einige unserer Mitarbeiter für eine gewisse Qualifikationszeit prozentuale Lohnzuschüsse.

Sozial und ökologisch nachhaltig - welche Idee war zuerst da?

Was war zuerst? Der Wunsch ein nachhaltiges Label zu schaffen – oder der, Menschen einen Job geben zu können? Die Antwort darauf ist: Es kam beides wie ein Urknall zusammen. Wir finden es gerade spannend, diese beiden Welten, die sonst eher weniger Berührungspunkte haben, miteinander zu „vernähen“.

Rechnet sich ein soziales Unternehmen?

Wir sind fest davon überzeugt und konnten auch Banken, Geldgeber und Zweifler durch fundierte Berechnungen, Finanz- und Wirtschaftspläne davon überzeugen. Darüber hinaus glauben wir fest daran, dass es noch andere Währungen als die materielle geben sollte. Zum Beispiel, dass sich ein Umdenken in Bezug auf Nachhaltigkeit auszahlt.

Alles, was ihr übers Material wissen wollt

Woher bekommt ihr euer Material?

Wir sind für die Umsetzung unserer Kollektionen auf einen steten Materialfluss angewiesen. Im Falle unserer Kollektion #1: Denimlove speist sich dieser aus Jeans, die für eine weitere Verwendung zu verschlissen sind. Aktuell erhalten wir unser Material aus unterschiedlichen Kleiderkammern und Kleiderspenden, wie zB Hanseatic Help. Wir verwenden die Jeans, die dort für eine weitere Verwendung nicht mehr infrage kommen und ansonsten beim Verwerter landen.

Nehmt ihr Materialspenden an?

Wir freuen uns immer über Materialspenden. Gebrauchen können wir NUR gewaschene alte Jeans, die nicht mehrgetragen werden können und gern weniger als 2 Prozent Elasthan Anteil haben. Schreibt uns dazu gern unter info@bridgeandtunnel.de.

Fragen zum Team

Wieviele Mitarbeiter hat euer Team?

Insgesamt sind wir zu acht: Conny und Lotte sind die Gründerinnen und Geschäftsführerinnen. In unserem Produktionsteam arbeiten aktuell 4 (zuvor langzeitarbeitlose) Näher und Näherinnen, die gebürtig aus Indien, der Türkei und Afghanistan kommen. Angeleitet werden sie von 2 weiteren tollen Frauen, die ausgebildete Schneiderinnen oder Bekleidungstechnikerinnen sind.

Unterstützt wird das Team von einer studentischen Praktikantin und momentan zwei Produktionspraktikanten (Stand: November 2016).

Ab Dezember werden wir unser Team zudem erweitern: um Menschen mit Fluchtgeschichte, die aufgrund der aktuellen politischen Verhältnisse erst vor kurzer Zeit nach Deutschland gekommen sind. Gerade scouten wir dazu ganz viele Interessierte, 3-5 Personen möchten wir dann ein Praktikum bei uns ermöglichen.

Wie habt ihr euer Team gefunden?

Als klar war, dass es mit Bridge&Tunnel ernst wird, wollten wir die Info, dass wir handwerklich begabte Näherinnen und Schneiderinnen suchen, natürlich bestmöglich streuen. Wir hatten dann das große Glück, dass im Wilhelmsburger Wochenblatt – einem viel gelesenen Blatt der Insel – ein Artikel mit unserem Angebot sogar auf dem Titel erschien. 4 Plätze wollten wir vergeben, gemeldet haben sich fast 60 (!) Leute. Auch das Jobcenter, mit dem wir eng zusammenarbeiten, hatte unsere Info gestreut. Unser Telefon stand tagelang nicht still… Es war unfassbar, welchen Nerv wir offenbar getroffen hatten. Wir haben dann am Telefon erstmal mit allen Interessierten eine Abfrage nach ihren Näherfahrungen und eine kleine Erstberatung gemacht. 25 haben wir dann zu einem Probenähen eingeladen und daraus unser Team ausgewählt. Neben dem Geschick an der Nähmaschine haben wir das Sprachniveau und die zeitliche Verfügbarkeit abgefragt. Und natürlich haben wir auch geschaut, dass die einzelnen Frauen gut zueinander ins Team passen.

Woher kommen eure MitarbeiterInnen?

Wir sind ein absolut multinationales Team. Unsere Mitarbeiter kommen aktuell aus der Türkei, Afghanistan, Indien, Polen und Deutschland. Unsere Werkstattsprache ist deutsch. Momentan sind wir nur Frauen, das ist aber eher zufällig. Und wird sich aber bald ändern, denn die Geflüchteten, die sich bislang für ein Praktikum bei uns vorgestellt haben, sind fast alle Männer!

Wie sind eure Mitarbeiter angestellt?

Unsere NäherInnen sowie unser Leitungsteam arbeiten alle in Teilzeitmodellen. Wir arbeiten an 4 Wochentagen jeweils 5 Stunden. Alle MitarbeiterInnen sind fest angestellt. Für einige von ihnen werden wir vom JobCenter durch Lohnzuschüsse unterstützt.

Unsere MitarbeiterInnen erhalten tarifliche Löhne über dem gesetzlich geregelten Mindestlohn. Darauf sind wir besonders stolz.

Die Produktwelt

Werdet ihr eure Produktwelt erweitern?

Momentan sind wir noch überwältigt von den zahllosen Möglichkeiten, die Denim als Material bietet. Da sind wir noch lange nicht am Ende unserer Inspiration! Unsere Idee ist es, mit Bridge&Tunnel die Schönheit und Langlebigkeit von unterschiedlichen Reststoffen aufzuzeigen. Dazu planen wir zukünftig mit wechselnden Designern zusammenzuarbeiten, die aus unterschiedlichen Materialien verschiedene Endprodukte wie Accessoires und Interior Design fertigen.

Auch die nächsten Produkte haben wir schon in der Pipeline. Für unsere zweite Kollektion, die im Frühjahr 2017 ist ein ganz neues Material geplant. Und auch die Produktpalette werden wir erweitern.

Macht ihr auch Einzelanfertigungen?

Wir werden oft nach Einzelanfertigungen gefragt. Bei den meisten Modellen ist eine Anpassung schwierig, da oft komplexe Schnitte zugrunde liegen. Bei anderen Modellen, wie zB dem Laptopsleeve FARA, können wir dafür durchaus verschiedene Größen anbieten. Da wir nur bestimmte, viel nachgefragte Größen vorrätig haben, fallen bei einer Einzelanfertigung allerdings zusätzlich Kosten für die Schnittanpassung an. Je mehr Exemplare ihr abnehmt, desto günstiger wird es natürlich, da die Gradierungskosten nur einmalig anfallen.

Fragt uns gern dazu an (info@bridgeandtunnel.de), dann erstellen wir euch einen Kostenvoranschlag.

Was steckt hinter dem Transparenten Pricing?

Wir werden manchmal gefragt, warum unsere Produkte – schließlich entstehen sie doch aus recycelten Textilien – nicht günstiger sind… Das und die Frage, was textile Produkte kosten müssen, wenn sie in Deutschland zu fairen Bedingungen produziert werden, treibt uns jeden Tag aufs Neue um. Deshalb machen wir unsere Preise TRANSPARENT. In verschiedenen Kategorien zeigen wir, für JEDES Produkt, wie sich unsere Verkaufspreise zusammensetzen und was uns die Arbeit unserer Näherinnen wert ist: http://bridgeandtunnel.de/de/transparentes-pricing/

Come closer - Ihr wollt uns kennenlernen?

Kann man euch in der Werkstatt besuchen?

Wir sind eine Werkstatt und haben hier KEIN Ladengeschäft! Besuche bitte nur nach vorheriger Absprache unter info@bridgeandtunnel.de.

Wo kann man eure Produkte erwerben?

Alle Vertriebspartner von Bridge&Tunnel findet ihr hier: http://bridgeandtunnel.de/de/haendler/

Warum verkauft ihr online?

Der Onlineshop ist aktuell unsere wichtigste Visitenkarte. Denn wir würden unsere Produkte gern vorrangig über ihn verkaufen. Durch unsere Fertigung – lokal, nachhaltig und fair – entstehen bei uns bereits relativ hohe Produktionskosten, viele Kommissionsdeals, zum Beispiel in Stores, sind deshalb für uns schwierig zu realisieren.

Wir haben in unserem Webshop für jedes Produkt ein transparentes Pricing angelegt. Hier kann man nachlesen, wie der Verkaufspreis zustande kommt und wieviel Prozent davon beispielsweise bei unseren NäherInnen hängenbleiben. Die gute Nachricht: Es sind im Durchschnitt ca. 40 Prozent. Weitere 28 Prozent entfallen auf das Material und seine Aufbereitung. Die restlichen Prozent teilen sich Vertrieb und Entwicklung sowie die gute alte Mehrwertsteuer.

Ihr habt noch mehr Fragen?

Dann schreibt uns eine Email an: info(ät) bridgeandtunnel (punkt)de und wir beantworten sie gerne.