Talk Slow: die besten Podcast Quotes 1-3

B&T PODCAST l Wir sind mit unserem Podcast TALK SLOW zwar noch recht neu im Podcast Business, lieben es aber schon jetzt sehr. Es ist einfach sehr inspirierend, spannende Menschen einzuladen und mit ihnen unsere Vision einer nachhaltigen Mode- und Textilindustrie zu teilen. Und glaubt uns, es gibt wahnsinnig viele kluge Menschen da draußen, die bereits an einer besseren Version der Mode- und Textilindustrie arbeiten. Mit unserem Podcast versuchen wir sie sichtbar zu machen. Unsere ersten 3 Podcastfolgen waren bereits so voll an Wissen und klugen Erkenntnissen, das wir uns überlegt haben, euch diese noch einmal komprimiert zusammenstellen. Im folgenden Blogbeitrag findet ihr also die besten Zitate unserer ersten 3 Podcastgäste.

 

#001 Fair Shoppen mit Melisa Dobric

Zum Thema „Fair Shoppen“ haben wir in Podcastfolge 1 mit Melisa Dobric gesprochen, die auf ganz wunderbare Art und Weise die Verrücktheiten der Modebranche mit einem Herzensinteresse für Nachhaltigkeit zusammenbringt. Vielleicht kennt ihr sie von ihrem eigenen Podcast ZweiZwanziger, vor allen Dingen ist sie aber bekannt als absolut authentische Instagrammerin, die unter dem Account findingmelisa mit jeder Menge Humor, Authentizität und herrlicher Crazyness begeistert. Melisa hat dabei nicht nur beruflich mit Mode zu tun – sie war 2 Jahre lang das Gesicht des Instagram Accounts von About You -, sie setzt auf ihrem eigenen Kanal auch immer wieder Statements zu Nachhaltigkeit, die sie mit viel Humor und Empathie in ihre Community trägt. Hier kommen Melisas beste Statements:

“Ich habe realisiert, wie bescheuert es ist, dass man das Kauferlebnis jedes Mal aufs Neue erzeugen möchte. Und wie gefakt das eigentlich ist.”

“Die Klamotten, die mich wirklich erfreuen, waren nicht die, die ich gekauft habe, sondern die, die ich geschenkt bekommen habe.”

“Gerade wenn man älter wird, realisiert man, wieviele Kleidungsstücke man schon weggeworfen hat… Und fragt sich, kauft man jetzt wieder das gleiche Shirt?”

“Wenn du dich für ein Fotoshooting 55 Mal umziehen musst, vergeht dir die Lust am Umziehen. Du hast keinen Bock mehr.”

“Ich will keine Mitleidskäufe machen. Ich will keine Mitleidskleiderstücke mehr haben. Das zieht sich ja durchs ganze Leben. Aus Mitleid sollte man niemals eine Beziehung eingehen.”

“Wenn man in der Branche arbeitet, ist man sich der Masse viel bewusster als jemand, der am Samstag in die Innenstadt shoppen geht. Du riechst es, du fühlst es.”

“Mode bewegt mich nicht mehr so, wie sie das früher getan hat.”

“Ich will mich mit Mode nicht mehr belasten, Ich will, dass es mich frei macht. Ich bin froh, dass es nicht mehr Ausdruck meines Selbst ist.”

Hier gehts zur Podcastfolge mit Melisa.

 

#002 Overconsumption mit Prof. Dr. Heike Derwanz

Zu unserer 2. Folge „Overconsumption“ haben wir Prof. Dr. Heike Derwanz eingeladen, die sich am Institut für Materielle Kultur an der Universität Oldenburg mit den vielschichtigen Bedürfnissen des Textilkonsums auf soziologischer Ebene beschäftigt. Sie ist DIE Expertin für Minimalismus und Overconsumption. Denn eigentlich ist es ja so: es gibt bereits mehr als genug Kleidungsstücke auf der Welt. Trotzdem kaufen gerade wir im wirtschaftlichen Norden gerne und viel, möglichst billig und tragen unsere Schnäppchen nur kurz. Obwohl wir das alle – eigentlich – wissen, ist die Frage also: Warum kaufen wir so viele Klamotten? Geht es wirklich um die Kleidungsstücke? Welche Bedürfnisse wollen wir damit befriedigen? Und welche Wege gibt es aus diesem Dilemma?

“Den Veränderungen in unserem Leben folgen wir mit unserer Kleidung. Als 40jährige Frau habe ich eine andere Rolle als als 20jährige Berufseinsteigerin. Das schlägt sich auch in meiner Kleidung nieder.”

“Wir wollen das Neue. Wir wollen gern ausprobieren und es ist auch total wichtig, dass wir uns als Menschen weiterentwickeln.”

“Kleidung ist kein Toaster, der bei dir in der Küche steht, und die anderen Leute sehen es nicht. Kleidung ist deine äußere Hülle und oft werden wir danach bewertet. Aber wir fühlen uns auch anders. Deshalb hat Kleidung diese besondere Bedeutung für deine individuelle Persönlichkeit.”

“Wir schreiben die Norm immer wieder neu. Für die Generation meines Vaters ist das eigene Auto ein wichtiges Zeichen für seinen Stand in der Gesellschaft. Wie wir mit Kleidung umgehen ist ein Moment in dieser Zeit. Und vor 100 Jahren ist man ganz anders damit umgegangen.”

“Viele Experimente von Textilminimalist:innen etwa mit einer Capsule Wardrobe werden immer gesellschaftsfähiger. Wenn sich das durchsetzt sind wir auch mit Kleidung bei einem Kultur- und Konsumwandel wie wir es mit Carsharing oder Coworking-Modellen bereits in anderen Bereichen haben.”

“Wenn wir weniger besitzen, entfällt auch der Stress, den wir jedes Jahr beim Ausmisten haben.”

“Es gibt leider viele Menschen, die Secondhand Kleidung abwertend gegenüber stehen. Es wird diskutiert, dass es besonders die Kriegsgenerationen sind, die nichts auftragen wollen, sondern neue Kleidung kaufen wollen. Auch hier gilt Kulturwandel: Wenn wir der Breite der Bevölkerung vormachen, dass es normal ist, Secondhand Kleidung zu tragen, dann wird die Abwehrhaltung bröckeln.”

“Bei Kinderkleidung haben wir schon das Model, dass viele ihren Kindern Secondhand anziehen. Mit der Pubertät nimmt die Akzeptanz von Secondhand dann aber rapide ab.”

“Der Ausschluss aus so einer wichtigen Konsum- und Ausdrucksform wie Kleidung ist ein wichtiges Bedürfnis für Menschen mit wenig Geld. Viele Migrant:innen etwa in den USA wollten ihre Kleidung, die sie aus der alten Welt mitgebracht haben, schon vor 100 Jahren so schnell wie möglich in der neuen Welt loswerden. Um dort anzukommen, wo sie jetzt sind.”

“Wir müssen uns von der Vorstellung von Secondhand als Vintage Schatzkammer verabschieden. Denn es gibt mittlerweile so viel ungetragene Neuware. Dieses Secondhand Szenario ist aus Nachhaltigkeitsperspektive nicht das, was wir wollen. Denn es greift das Problem der Überproduktion und des Überkonsums gar nicht auf.”

Hier gehts zur Podcastfolge mit Heike.

 

#003 Overproduction mit Viola Wohlgemuth

In unserer 3. Folge „Overproduction“ haben wir mit Viola Wohlgemuth, Kampaignerin für das Thema Konsum bei Greenpeace Deutschland, darüber gesprochen, wie es zu diesem globalen Kleiderberg kommen konnte. Einerseits können wir uns kaum vorstellen, in einer Welt ohne Textilien zu leben.  Andererseits wird nicht alles, was auf den Markt kommt, auch gekauft. Auch wenn verlässliche Zahlen fehlen, ist sicher: Unmengen von unverkaufter Kleidung werden täglich weggeworfen oder vernichtet. Doch wer ist genau verantwortlich für dieses Dilemma: Unternehmen oder Konsument:innen? Was versprechen Lösungsansätze wie on demand und Closing the Loop-Verfahren? Wie können wir uns selbst vor den Verheißungen der Modeindustrie schützen? Und was müsste gleichzeitig passieren, damit Unternehmen aufhören, viel zu viel zu produzieren? Zum Glück hat Viola viele spannende Insights zur Frage, wie wir den Teufelskreis aus Überproduktion und Überkonsum durchbrechen können.

“Mode darf nicht die Zukunft kosten, hier muss eingeschritten werden.”

“Fast Fashion macht schnelles Geld mit Billig Chic”

“Polyester ist der Treibstoff der Textilindustrie. Am Ende tragen wir also Plastiktüten.”

“Es ist eine Klimakatastrophe, die hinter den schönen Schaufenstern versteckt ist.”

“2025 tritt ein Gesetz in Kraft, das es verbietet, Textilien über den Hausmüll zu entsorgen.”

“Vor Corona sind 230 Millionen Textilien im Handel übrig geblieben, das sind ca. 10 Prozent. Burberry hat so viel Kleidung verbannt, damit sie nicht auf dem Secondhand Markt landen. Durch Corona wird allein der stationäre Einzelhandel auf geschätzten 500 Millionen Wintertextilien sitzen bleiben.”

“Wir müssen Textil wertschätzen, weil so viel Leid drinsteckt. Wir müssen wegkommen vom Wegwerfmodell Kleidung.”

“Man muss den Finger in die Wunden legen. In klassischen Schaufenstern gibt es jede Woche eine neue Mikrokollektion. Diese künstliche Verknappung ist absurd.”

“Es geht nicht um Kleidungsstücke, die uns verkauft werden. Sondern Träume. Diese Träume werden fokussiert auf ein 19 Euro Kleid.”

“Wir sind Teil des Problems. Und damit auch Teil der Lösung. Es funktioniert nur so lange, wie wir mitmachen.”

“Es war nie so einfach wie heute, sich zu informieren. Aber man muss Zeit reinstecken.”

“Egal wie sauber und fair ein Kleidungsstück hergestellt wurde, es stecken Ressourcen darin.”

“Bei Kleidertauschparties greife ich hemmungslos in einen Berg Klamotten, die aber schon da sind.”

“Die Industrie verkauft Träume, verpackt in ein Stück Textil.”

“Die wahren Preise müssten an Textilien sein: wie weit ist das Teil geflogen, wie stark vergiftet es Menschen und die Umwelt?”

“Die Modeindustrie ist eine ausbeuterische Industrie, die die Ressourcen dieser Welt auffrisst, uns langfristig vergiftet und dafür nicht zur Rechenschaft gezogen wird.”

“Es muss klar sein, dass Textilien langlebig sein müssen. Das kann man gesetzlich einfordern.”

“Um sich Überproduktion zu entziehen, muss man seine Immunkräfte stärken: Wissen erwerben, Alternativen testen, um Automatismen abzuwenden & sich den Einflüssen bewusst entziehen. Detox.”

Hier gehts zur Podcastfolge mit Viola.