Act now! Warum wir beim globalen Klimastreik am 20.9. dabei sind!

B&T WE DESIGN SOCIETY l Die Klimakrise hat viele Gesichter. Eines davon ist die Textilindustrie. Denn der globale Textilkonsum hat sich seit dem Jahr 2000 mehr als verdoppelt. Kollektionen haben eine immer kürzere Haltbarkeitszeit, nicht gerade selten landen sie zum Ende der Saison in einer Altkleidersammlung oder – noch schlimmer – im Restmüll. Das ist aus verschiedenen Gründen verwerflich und wird der Arbeit, die in der Herstellung eines Textils steckt, überhaupt nicht gerecht. Denn die Herstellung und der Handel von Fast Fashion findet zu Lasten unserer Umwelt statt. Chemikalien gefährden die Gesundheit von Arbeitskräften in der Textilindustrie. Lange Transportwege aus Billoglohnländern erzeugen Unmengen an CO2. Mikroplastik aus Synthetikfasern verschmutzt die Weltmeere.

Globaler Klimastreik am 20. September

Die Klimakrise und ihre Folgen sind eine Herausforderung globalen Ausmaßes, der wir uns – ob wir wollen oder nicht – stellen müssen. Wir wissen nicht, wie es euch geht, aber fast immer, wenn wir Klimadiskussionen führen oder darüber lesen, kommt eine Frage immer wieder auf: Was kann ich schon bewegen? Braucht es nicht viel mehr politische Ansagen, um das Thema in großem Maße anzugehen?

In ihrem Buch „Eco-Republic“  beschreibt Melissa Lane die Idee der Vernachlässigbarkeit. Vieles von dem, was ich als Individuum tue, ist demnach für das gesellschaftliche Ganze irrelevant. So auch nachhaltiges Handeln: Diejenigen, die für den Großteil der Wirkungen verantwortlich sind (wer auch immer das sein mag), sollen auch die Verantwortung tragen. Wir anderen sind aus dem Schneider, entschuldigt aufgrund der Vernachlässigbarkeit unserer unerheblichen Handlungen. Für uns ist das Dilemma von Nachhaltigkeit damit perfekt auf den Punkt gebracht: wir bekennen uns vollmundig zu nachhaltigen Themen, unser faktisches Verhalten weicht aber gern davon ab. Also grün wählen und Ökostrom beziehen, aber ein Yoga Retreat in Indien besuchen oder Weihnachten in Thailand verbringen. Wie können wir uns in dem komplizierten Zusammenhang zwischen liberalen Wohlstands- und Freiheitsrechten, industriellen Interessen und globaler Krise sowie individuellen Glücksansprüchen positionieren? Sind alle Übergangs- oder Teillösungen verwerflich? Oder sind es auch die vielen kleinen Schritte, die zählen?

Globaler Klimastreik Fridays for Future

Was kann ich schon bewegen?

Es wäre zu kurz gegriffen, zu glauben, dass wir mit plastikfreiem Einkaufen oder dem Kauf organischer Baumwollshirts den Klimawandel stoppen. Aber jede Entscheidung, ob es Notwendiges oder Lifestyle Themen sind, die wir heute treffen, wirkt sich auf unsere Zukunft aus. Und entscheidet mit, wie die Welt unserer Kinder und Enkel aussehen wird. Wir haben die Wahl: Handeln oder weiter wegsehen.

Am 20. September entscheidet die Bundesregierung über ihre nächsten Schritte in der Klimapolitik. An diesem Tag will sich das Klimakabinett auf ein Paket an Maßnahmen einigen, mit denen Deutschland seine Klimaziele künftig einhalten soll. Allein können die SchülerInnen das nicht schaffen. Wir sind alle gefragt, um die schwergängige Maschinerie der Politik endlich zum Laufen zu bringen.

Deshalb gehen wir am 20. September gemeinsam mit Fridays For Future auf die Straße. Seid ihr dabei?

klimastreik fridays for future

Bild: Nerdcore