This is us (10/11): Conny

B&T WE DESIGN SOCIETY l In unserer “This is us”-Interviewreihe stellen wir euch nach und nach unsere Teammitglieder vor. Von der Produktion über die Geschäftsführung bis hin zur Werkstudentin und der Buchhaltung. Weil Lotte den Laden nicht alleine schmeißt, gibt es hier und heute auch endlich das Interview mit Conny – der zweiten Co-Founderin und Gehirnhälfte von Bridge&Tunnel. Seid gespannt und lernt sie selbst kennen.

1. Wie spricht man deinen Namen richtig aus?

‘kɔni – so sieht das Ganze in der Lautschrift aus. Die zweite Gründerin besteht darauf, mit einem „y“ und nicht – wie manchmal fälschlicherweise – mit einem „i“ am Ende geschrieben zu werden. Geboren ist sie im Osten, genauer gesagt im schönen Dresden. Nach der Wende ist sie mit ihren Eltern ins Sauerland gezogen, dort zur Schule gegangen und hat später in Lüneburg Angewandte Kulturwissenschaften studiert und sogar darin promoviert. Connys Leben verläuft „turbulent“ – auf positive Art und Weise: zwei kleine Töchter zu Hause in Altona und nebenbei das Wilhelmsburger „Baby Bridge&Tunnel“. Kein Tag gleicht dem anderen. Das Wort, das ihre aktuelle Lebenssituation wahrscheinlich am besten beschreibt ist „abwechslungsREICH“. Denn ihre Arbeit bereichert sie nach wie vor sehr. Andererseits verrät mir Conny, dass ihr Tag einfach zu wenig Stunden hat, denn eines ist sie nie: gelangweilt.

 

2. Was gefällt dir am besten an Deutschland? Und was ist im Vergleich zu anderen Ländern hier anders?

Gewohnt hat Conny bereits für drei Monate in Ungarn, für ein dreiviertel Jahr in Australien und dennoch lebt sie sehr gern in Deutschland. „Mir gefällt an Deutschland besonders die Mischung aus Tradition und Moderne. Einerseits stehen die Deutschen für ihre Spießig-, Pünktlich- und Verlässlichkeit. Andererseits empfinde ich Deutschland auch als sehr beweglich und vielseitig. Vor allem Hamburg verkörpert diese beiden Aspekte für mich. Hier knallt das Hanseatische auf die alternative, weltoffene Mentalität St. Paulis”.

Conny im Klönschnack mit Produktionsleiterin Asiye.

 

3. Was ist dein Lieblingswort in deutsch?

„Ich habe mir schon vorher dazu Gedanken gemacht.“, lacht sie. „Es gibt viele schöne Wörter.“ Aber ihre Liebe zur deutschen Sprache findet sie vor allem in deutschen Sprichwörtern oder Ausdrucksweisen. Conny hat vor kurzem unserem afghanischen Näher Sayed das Wort „Fingerspitzengefühl“ erklärt und dabei festgestellt, dass es wahnsinnig viele bildreiche Erklärungen für Situationen oder Anlässe in der deutschen Sprache gibt. „Tohuwabohu benutze ich auch sehr gern, sage es aber eigentlich immer falsch.“ Auch ich muss schmunzeln und denke, dass es kaum ein passenderes Wort für ihren Alltag gibt.

 

4. Was machst du bei Bridge&Tunnel?

Conny nennt sich selbst liebevoll „Außenministerin“, repräsentiert Bridge&Tunnel nach außen, ist für Kommunikation und Social Media zuständig, kümmert sich nebenher um den Vertrieb und die Finanzen. Ihr merkt, diese Frau ist sehr vielseitig. „Achtzig Prozent rede ich am Tag mit meinem Handy, Lotte oder dem Team. Nachmittags bin ich immer ganz ausgequatscht und brauche erstmal zehn Minuten, wenn ich meine Töchter von der Schule oder vom Kindergarten abhole, bevor ich wieder ganz klar im Kopf bin und mit ihnen reden kann.“ Außerdem interagiert Conny viel mit anderen Unternehmen für Kooperationen. Was Conny nicht kann – übrigens ein witziger Fun Fact – ist nähen, aber das braucht ja hier ja auch nicht.

Conny findet ihr niemals ohne: ihr Handy.

 

5. Welches B&T-Produkt gefällt dir am besten?

„Wenn ich nur ein Bridge&Tunnel-Produkt besitzen könnte, dann wäre es unser Plaid, weil es einfach gigantisch ist. Ich habe es selbst bei uns zu Hause im Schlafzimmer auf dem Bett liegen und liebe es sehr.“ Die Decke hat für Conny neben der wunderschönen Ästhethik auch eine symbolische Bedeutung. Denn die große Denimfläche zeigt zum einen die Masse an used Jeans (insgesamt sind das 21 Stück), die für das Plaid verarbeitet wurden. Und zum anderen sieht ma eindringlich die Zeit, die es braucht, um ein solches Produkt mit viel Liebe zum Detail zu fertigen. „Das Plaid hat eine wahnsinnig beruhigende Wirkung. Obwohl es bei uns beinahe den ganzen Raum einnimmt, ist es nie unruhig für das Auge.“ Ansonsten ist Conny schon sehr vorfreudig auf das neuste Bridge&Tunnel-Produkt, das aktuell in den Startlöchern steht: ein neuer Blouson, den ihr hier schonmal in einer kleinen Sneak Peak sehen könnt.

Foto: Lisa Notzke, Styling: Milia Seyppel

 

Coming soon: der neue Blouson aus used Denim.

 

6. Welche Musik hörst du gerne?

„Ganz viel Indie, seit unserem letzten Urlaub in Portugal (Wahnsinn, wie lange mittlerweile Urlaube her sind!) auch Fado, lateinamerikanische Musik und jede Menge Podcasts.“

 

7. Was ist dein Lieblingsessen?

Früher war die Antwort klar: Hühnerfrikassee, doch seitdem Conny kein Huhn und auch ansonsten selten Fleisch ist, stehen Ofengemüse und Blumenkohl – „mit Semmelbröseln paniert und in Butter geschwenkt“ – auf ihrem Speiseplan. „Ich esse auch sehr gern asiatisch, also eigentlich esse ich alles gerne.“

 

8. Welchen Ort möchtest du in Deutschland einmal besuchen?

„Ich bin ein großer Fan davon, die eigene Heimat neu zu entdecken.“ Die Mecklenburger Seenplatte steht noch an und als selbstbetitelte „Wein-Touristin“ der Rheingau und die Pfalz: „Man muss das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden.“

 

9. Was bedeutet Arbeit für dich?

Generell findet Conny eine Unterscheidung in Arbeit und Privatleben durch das Wort „Work-Life-Balance“ gut, allerdings gibt es bei ihr keine so klaren Grenzen, weil die zwei Bereiche ständig ineinander verschwimmen. „Die Themen, die mir wichtig sind, treiben mich sowohl privat als auch unternehmerisch um: bei Conny sind das die Themen, wie man Mode anders denken und talentierte Menschen mit Nähtalent professionalisieren und damit zur teilhabe am gesellschaftlichen Leben befähigen kann. Man muss diese Frau nicht lange kennen, um zu merken, dass sie ihrer Arbeit mit großer Leidenschaft nachgeht und Arbeiten für sie eng mit einem gesellschaftlichen Mehrwert verbunden ist. „Arbeit ist so viel mehr als ein Ort, wo man (in Nicht-Pandemiezeiten) jeden Tag hingeht.“

Co-Founderin Conny mit der zweiten Gehirnhälfte von Bridge&Tunnel: Lotte.

 

Co-Founderin Conny mit der zweiten Gehirnhälfte von Bridge&Tunnel: Lotte.

 

10. Team Blue or Black Denim?

„Ich besitze eigentlich alle Bridge&Tunnel Produkte aus blauem Denim, bis auf die Bumbag, die ich auch sehr gern in schwarzem Denim trage.” Insofern: Team blue!

 

Das war unser 10. Interview von 11 in der Kategorie „This is us“.