This is us: Lotte & Conny

B&T WE DESIGN SOCIETY l In unserer “This is us”-Interviewreihe stellen wir euch nach und nach unsere Teammitglieder vor. Heute hat eine der beiden Gründerinnen das Wort: Lotte. Jetzt dürft auch ihr sie kennenlernen und mehr über sie erfahren in 3, 2, 1:

1. Wie spricht man deinen Namen richtig aus?

Lotte: „Hier musst du bitte meinen Namen in Lautschrift einfügen.“, bekomme ich lauthals lachend als Antwort zu hören: ‘lɔtə. Die gebürtige Hamburgerin wohnt mit ihren zwei Söhnen, Ehemann und Hund Fritz in Wilhelmsburg. „Es gibt viele Gründe nach Hamburg zu ziehen und nur wenige wegzuziehen. Deshalb bin ich auch hier geblieben.“, strahlt sie. Lotte hat Textildesign studiert und ihre Partnerin in crime Conny auf einer Bad-Taste-Party kennengelernt. Schon sehr früh hat sich herausgestellt, dass sie und Conny sich ein Gehirn teilen und sich beide keine bessere Geschäftspartnerin an ihrer Seite vorstellen können. Bridge&Tunnel ist nicht das Einzige, was die beiden so unzertrennlich macht.

Conny: ‘kɔni – so sieht das Ganze in der Lautschrift aus. Die zweite Gründerin besteht darauf, mit einem „y“ und nicht – wie manchmal fälschlicherweise – mit einem „i“ am Ende geschrieben zu werden. Geboren ist sie im Osten, genauer gesagt im schönen Dresden. Nach der Wende ist sie mit ihren Eltern ins Sauerland gezogen, dort zur Schule gegangen und hat später in Lüneburg Angewandte Kulturwissenschaften studiert und sogar darin promoviert. Connys Leben verläuft „turbulent“ – auf positive Art und Weise: zwei kleine Töchter zu Hause in Altona und nebenbei das Wilhelmsburger „Baby Bridge&Tunnel“. Kein Tag gleicht dem anderen. Das Wort, das ihre aktuelle Lebenssituation wahrscheinlich am besten beschreibt ist „abwechslungsREICH“. Denn ihre Arbeit bereichert sie nach wie vor sehr. Andererseits verrät mir Conny, dass ihr Tag einfach zu wenig Stunden hat, denn eines ist sie nie: gelangweilt.

2. Was gefällt dir am besten an Deutschland?

Lotte: „Trotz allem Gemecker, gibt es wenig Dinge, um die wir uns hier in Deutschland Sorgen machen müssen. Darunter die Krankenversicherung, der Zugang zur Bildung für alle, Sicherheit und ganz besonders die mir am Herzen liegende Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau nach Gesetz.“ Tatsächlich ist das Hamburger Wetter – vor allem die fehlende Sonne und einhergehend das vom Körper zu wenig produzierte Vitamin D – für Lotte der einzige Auswanderergrund.

Conny: Gewohnt hat Conny bereits für drei Monate in Ungarn, für ein dreiviertel Jahr in Australien und dennoch lebt sie sehr gern in Deutschland. „Mir gefällt an Deutschland besonders die Mischung aus Tradition und Moderne. Einerseits stehen die Deutschen für ihre Spießig-, Pünktlich- und Verlässlichkeit. Andererseits empfinde ich Deutschland auch als sehr beweglich und vielseitig. Vor allem Hamburg verkörpert diese beiden Aspekte für mich. Hier knallt das Hanseatische auf die alternative, weltoffene Mentalität St. Paulis”.

 3. Was ist dein Lieblingswort in deutsch? Und welches Wort findest du besonders schwer?

Lotte: „Moin. Es passt zu jeder Uhr- und Tageszeit und sieht auch noch besonders hübsch aus durch das o neben dem i. Wenige Wörter haben diese zwei Buchstaben nebeneinander.“, erklärt sie mir, ich kann da nur zustimmen und bin ab sofort auch ganz hin und weg von diesem doch sonst sehr schlichten Wort. In den 4 Jahren, die es Bridge&Tunnel nun schon gibt, hat die Gründerin nicht nur „Guten Appetit“ in arabisch gelernt: „Bismillahirahmamrahim“, sondern durch Svetlana – die wir bald auch im Detail vorstellen dürfen – Buchstaben, „Schönes Wochenende!“, „Erstmal Kaffee!“ und so einige alkoholische Getränke in Gebärdensprache. Dazu macht Lotte eine Bewegung mit ihren zwei ausgestreckten Zeigefingern: „Prosecco“. Das Wort „Matratze“ ist zwar nicht unbedingt schwer, wird aber von Lotte gern und inzwischen auch mit Absicht falsch ausgesprochen: „Madratze“. „Es gibt ein paar Wörter von denen weiß ich, wie man sie ausspricht, aber bei einer Handvoll muss ich mir die Wörter in verschiedenen Weisen aufschreiben, um festzustellen, wie sie denn nun richtig geschrieben werden.“, erklärt sie mir. Wem geht es denn nicht auch so?

Conny: „Ich habe mir schon vorher dazu Gedanken gemacht.“, lacht sie. „Es gibt viele schöne Wörter.“ Aber ihre Liebe zur deutschen Sprache findet sie vor allem in deutschen Sprichwörtern oder Ausdrucksweisen. Conny hat vor einer Weile unserer Näherin Zeliha das Wort „Fingerspitzengefühl“ erklärt und dabei festgestellt, dass es wahnsinnig viele bildreiche Erklärungen für Situationen oder Anlässe in der deutschen Sprache gibt. „Tohuwabohu benutze ich auch sehr gern, sage es aber eigentlich immer falsch.“ Auch ich muss schmunzeln und denke, dass es kaum ein passenderes Wort für ihren Alltag gibt.

4. Was machst du bei Bridge&Tunnel?

Lotte und Conny sind beide Leiterinnen von jeweils 6 Abteilungen. Dabei ist Lotte die Innenministerin und somit auch verantwortlich für das Entwickeln und das Konzept von neuen Designs. „Das macht mir am meisten Spaß an meinem Beruf. Manchmal brauchen mein Gehirn und ich aber auch mal Aufgaben aus einem ganz anderen Bereich. Das Verpacken und Versenden von Bestellungen zum Beispiel.“

Conny nennt sich selbst liebevoll „Außenministerin“, repräsentiert Bridge&Tunnel nach außen, ist für Kommunikation und Social Media zuständig, kümmert sich nebenher um den Vertrieb und die Finanzen. Ihr merkt, diese Frau ist sehr vielseitig. „Achtzig Prozent rede ich am Tag mit meinem Handy, Lotte oder dem Team. Nachmittags bin ich immer ganz ausgequatscht und brauche erstmal zehn Minuten, wenn ich meine Töchter von der Schule abhole, bevor ich wieder ganz klar im Kopf bin und mit ihnen reden kann.“ Außerdem interagiert Conny viel mit anderen Unternehmen für Kooperationen. Was Conny nicht kann – übrigens ein witziger Fun Fact – ist nähen, aber das braucht ja hier ja auch nicht.

5. Seit wann nähst du und wie bist du dazu gekommen?

Lotte: „Schon immer!“. Ihr Sohn, der uns heute besucht hat, übrigens auch. Angefangen hat das Ganze früh. Lotte hat im Secondhand-Laden Kleidungsstücke gekauft und sie nach ihrem Belieben und ihren Vorstellungen umgeändert. So sind ganz einzigartige und kreative Outfits entstanden.

6. Welche Musik hörst du gerne?

Lotte: „Ich höre lieber Musik zum Lauthören als leise.“ Dazu wird sich gerne auch bewegt und selbstverständlich gesungen. „Am liebsten singe ich auf ganz dramatische Art und Weise Lieder von Sing- & Songwritern und tue so, als hätte ich die Lieder selbst komponiert.“

Conny: „Ganz viel Indie, seit unserem letzten Urlaub in Portugal (Wahnsinn, wie lange mittlerweile Urlaube her sind!) auch Fado, lateinamerikanische Musik und jede Menge Podcasts.“

7. Was ist dein Lieblingsessen?

Lotte: „Baumkuchen-Spitzen“. No words needed. Ein Glück, dass Conny ihr welche aus Dresden mitgebracht hat.

Conny: Früher war die Antwort klar: Hühnerfrikassee, doch seitdem Conny kein Huhn und auch ansonsten selten Fleisch ist, stehen Ofengemüse und Blumenkohl – „mit Semmelbröseln paniert und in Butter geschwenkt“ – auf ihrem Speiseplan. „Ich esse auch sehr gern asiatisch, also eigentlich esse ich alles gerne.“

 8. Welchen Ort möchtest du einmal besuchen?

Lotte: Erstmal eine lange Denkpause. „Ach so, also eigentlich möchte ich schon immer mal nach Kenia. Mein damaliger WG-Mitbewohner Sadock hat mich auf die Idee zu diesem Sehnsuchtsort gebracht.“

Conny: „Ich bin ein großer Fan davon, die eigene Heimat neu zu entdecken.“ Die Mecklenburger Seenplatte steht noch an und als selbstbetitelte „Wein-Touristin“ der Rheingau und die Pfalz: „Man muss das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden.“

9. Was bedeutet Arbeit für dich?

Lotte: „Es ist echt ein Luxus, sagen zu können, Arbeit nervt. Ich betätige mich sehr gerne, habe Freude daran und werde dafür auch noch bezahlt. Es ist echt Glück, dass ich mich mit dem beschäftigen kann, was mir liegt und wo ich kreative Ideen entwickeln kann.“

Conny: Generell findet Conny eine Unterscheidung in Arbeit und Privatleben durch das Wort „Work-Life-Balance“ gut, allerdings gibt es bei ihr keine so klaren Grenzen, weil die zwei Bereiche ständig ineinander verschwimmen. „Die Themen, die mir wichtig sind, treiben mich sowohl privat als auch unternehmerisch um: bei Conny sind das die Themen, wie man Mode anders denken und talentierte Menschen mit Nähtalent professionalisieren und damit zur teilhabe am gesellschaftlichen Leben befähigen kann. Man muss diese Frau nicht lange kennen, um zu merken, dass sie ihrer Arbeit mit großer Leidenschaft nachgeht und Arbeiten für sie eng mit einem gesellschaftlichen Mehrwert verbunden ist. „Arbeit ist so viel mehr als ein Ort, wo man (in Nicht-Pandemiezeiten) jeden Tag hingeht.“

10. Welches B&T-Produkt gefällt dir am besten?

Conny: „Wenn ich nur ein Bridge&Tunnel-Produkt besitzen könnte, dann wäre es unser Plaid, weil es einfach gigantisch ist. Ich habe es selbst bei uns zu Hause im Schlafzimmer auf dem Bett liegen und liebe es sehr.“ Die Decke hat für Conny neben der wunderschönen Ästhethik auch eine symbolische Bedeutung. Denn die große Denimfläche zeigt zum einen die Masse an used Jeans (insgesamt sind das 21 Stück), die für das Plaid verarbeitet wurden. Und zum anderen sieht ma eindringlich die Zeit, die es braucht, um ein solches Produkt mit viel Liebe zum Detail zu fertigen. „Das Plaid hat eine wahnsinnig beruhigende Wirkung. Obwohl es bei uns beinahe den ganzen Raum einnimmt, ist es nie unruhig für das Auge.“ Ansonsten ist Conny schon sehr vorfreudig auf das neuste Bridge&Tunnel-Produkt, das aktuell in den Startlöchern steht: ein neuer Blouson, den ihr hier schonmal in einer kleinen Sneak Peak sehen könnt.

11. Team blue or black Denim?

Schwarze Jeans stehen ihr besser, so Lotte. Ausnahmsweise trägt sie heute aber eine blaue Jeans. Dennoch Team Black Denim.

 

written by Karla Straube